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IAS IFRS


 

 
Derivate

 

Bei derivaten Finanzinstrumenten handelt es sich um keine eigenständigen Anlageinstrumente, sondern um Rechte, deren Bewertung vornehmlich aus dem Preis und den Preisschwankungen und -erwartungen eines zugrunde liegenden Basisinstruments, zum Beispiel Aktien und Anleihen, abgeleitet ist. Zu den Derivaten zählen alle Arten von Optionen und Futures. Derivate ermöglichen hohe Gewinne bei relativ geringem Kapitaleinsatz, bergen aber auch hohe finanzielle Risiken, da sie eine Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf enthalten. Deshalb unterliegen Termingeschäfte sowohl innerhalb der Banken als auch an den Börsen strengen Kontrollen, und Preise sowie Zinsrisiken müssen in Deutschland dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen gemeldet werden. Der Handel und die spätere Abwicklung der Geschäfte dürfen bei den Kreditinstituten nicht von den gleichen Personen vorgenommen werden.

Derivate sind Kontrakte, deren Wert sich vom Preis eines Basiswertes wie Aktien, Obligationen, Geldmarktinstrumente oder Commodities ableitet. Oftmals werden bei Derivaten Instrumenten mit dem Einsatz von wenig Kapital große Beträge kontrolliert. Deshalb wirken sich Preisschwankungen im Basiswert überproportional auf das Derivat aus. Dieser Hebeleffekt, genannt Leverage, birgt nicht nur hohe Gewinnchancen, sondern auch Risiken in sich.

Aktienderivate geben Ihnen beispielsweise das Recht, eine bestimmte Aktie bis zu einem bestimmten Termin zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Der Handel von Derivaten ist durch den Umstand gekennzeichnet, daß die Vertragserfüllung zu kalendarisch festgelegten Terminen (Erfüllungstermin) erfolgt. Aus diesem Grund spricht man bei Derivaten auch von Termingeschäften. Der Wert des Rechts ist direkt vom Kurs des Basiswertes abhängig, in diesem Fall der Aktie. Wenn der Aktienkurs steigt, nimmt der  Wert des Kaufrechtes zum vereinbarten Ausübungspreis zu, fällt der  Kurs, sinkt der Wert des Kaufrechts.

Dies ist nur ein Beispiel eines bestimmten Derivatkontraktes. Die enge Beziehung zwischen dem Wert des Derivatkontraktes und dem Basiswert ist jedoch für alle Derivate gleich. 

Es gibt viele unterschiedliche Derivatkontrakte, welche auf verschiedene Finanzinstrumente ausgestellt werden, wie beispielsweise Aktien, Devisen, Zinssätze, Unterschiede zwischen zwei Preisen oder sogar Derivate auf Derivate. Die Produkte sind fast grenzenlos kombinierbar.

Derivate werden sowohl an organisierten Terminmärkten  auch außerbörslich gehandelt. Derivate haben zwei Anwendungsbereiche: Absicherung und Handel. Grundsätzlich ist die Liquidität bei börslichen, standardisierten Derivaten Finanzinstrumenten gewährleistet, was bedeutet, dass diese Derivate jederzeit gekauft und verkauft werden können. Funktionierende Futures- und Optionsbörsen zeichnen sich durch hohe Transparenz der Preise, Volumen und Anzahl getätigter Transaktionen aus.

Optionen bedeutet allgemein das vertraglich eingeräumte Recht, einen Gegenstand unter bestimmten Bedingungen zu einem bestimmten Preis zu erwerben oder zu veräußern. Man unterscheidet nach Kauf- und Verkaufsoptionen. Optionen sind selbständig an der Börse handelbar.
Im Optionsgeschäft an den internationalen Finanzplätzen sind folgende Begriffe geläufig: Call option, Put option, Spread, Straddle, Strangle, Strike price, u.a.

Futures sind Terminkontrakte mit Kauf- bzw. Verkaufvereinbarungen über einen standardisierten Rohstoff (oder Ware) auf Termin an der Börse.

Mit dem Kauf einer Option erhält der Verkäufer (Stillhalter) das vertraglich verbriefte Recht, einen vereinbarten Handelsgegenstand (zum Beispiel eine Aktie) zu einem vorab festgesetzten Preis (Basispreis) innerhalb eines bestimmten Zeitraumes bzw. zu einem festgelegten Termin zu kaufen (Calls) oder zu verkaufen (Puts). Er muß dies aber nicht tun. Wohl aber muß er dem Stillhalter eine Prämie zahlen, um ein Kaufrecht zu erhalten.

Käufer und Verkäufer von Optionen/Futures haben unterschiedliche Erwartungen daran, wie sich der Kurs des Basiswertes innerhalb der Laufzeit entwickeln wird. Der Käufer eines Calls (Kaufoption) rechnet damit, dass der Kurs des Handelsgegenstandes innerhalb der Laufzeit über den vorab vereinbarten Preis steigen wird, der Verkäufer erwartet einen geringeren Preis. Behält der Käufer Recht, kann er dem Verkäufer den Basiswert zum vereinbarten Preis abkaufen, um ihn anschließend an der Börse zum höheren Tageskurs zu verkaufen. Sein Gewinn ist die Differenz zwischen dem Börsenkurs und der Summe aus dem vereinbarten Preis und der Optionsprämie. Dies entspricht dem Verlust des Verkäufers. Fällt der Kurs und die Option wird nicht in Anspruch genommen, hat der Käufer seinen "Spieleinsatz", die Optionsprämie, verloren.

Möchte der Erwerber eines Futures sich während der Laufzeit seiner Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des zugrunde gelegten Wertes entledigen, weil er inzwischen anders über die Preisentwicklung denkt oder weil er entstandene Gewinne absichern will, so kann er dies nur, indem er ein Gegengeschäft tätigt, das heißt einen hinsichtlich Handelsgegenstand, Menge und Liefertermin identischen Future auf die entgegengesetzte Option erwirbt, bei dem sich dann Put und Call gegenseitig absichern.

 


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© 2001  Matthias Ax

letzte Aktualisierung 12.01.05